Berge-Bau feiert 25-jähriges Bestehen in Zeitz >
< Das Brünjes-Haus wird verarztet
24.03.2016 09:41

Dr. Hermann Brünjes war bei den Laasphern beliebt

Fürstlicher Leibarzt betrieb seine Praxis im Obergeschoss des Hauses


Bringen das Brünjes-Haus auf Vordermann: Eckehard Hof und Alexander Bicher von Berge Bau, Architekt Paul Schubert, die Denkmal-Fachleute Wolfgang Zoche und Manuela Manske sowie Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann (v.l.). Foto: Holger Weber

Bringen das Brünjes-Haus auf Vordermann: Eckehard Hof und Alexander Bicher von Berge Bau, Architekt Paul Schubert, die Denkmal-Fachleute Wolfgang Zoche und Manuela Manske sowie Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann (v.l.). Foto: Holger Weber

Bad Laasphe. Er war ein Arzt, dem die Laaspher ihr Vertrauen schenkten, der überall beliebt war und dessen Praxis ganz hervorragend lief – und zwar so gut, dass seine Kinder in den Räumen des Gebäudes in der Königstraße mithelfen mussten. Tochter Elisabeth Kruse arbeitete schon sehr früh als Sprechstundenhilfe. Dr. Hermann Brünjes eröffnete 1919 im ersten Obergeschoss des heutigen Brünjes-Hauses in Laasphe seine Arztpraxis. Dabei war der Mann in der Umgebung nicht nur als fürstlicher Leibarzt bekannt, sondern als Mediziner für die Bürger. Er war es, der das erste Röntgengerät aus den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts besaß.

Vor dem Haus bildeten sich zu Zeiten des Krieges immer lange Warteschlangen, die sich vom Obergeschoss die Treppe hinunter bis ins Erdgeschoss und nach draußen erstreckten. Seinen guten Ruf verdiente sich Dr. Brünjes durch seine Einstellung zu seinem Beruf. Er machte keinen Unterschied, ob er die feinen Herrschaften oder den gewöhnlichen Bürger behandelte. Er wählte niemanden nach Wohlstand aus, benachteiligte oder bevorzugte keinen. Seine Tochter erzählte einmal, dass ihre Familie nach dem Krieg von den Übergriffen der russischen Zwangsarbeiter verschont geblieben seien – sehr wohl, weil ihr Vater diese zuvor behandelt habe. Von 1946 bis 1969 gab es übrigens in der östlichen Hälfte des im Jahre 1868 errichteten Brünjes-Hauses einen Kolonialwarenladen, der von Auguste Metz betrieben wurde.

Zurück zum Gebäude: Das symmetrisch aufgebaute Doppelhaus steht heute unter Denkmalschutz. Es hat zwei Geschosse und besitzt ein flachgeneigtes Satteldach. Gegliedert wird es durch zwei Eck-Risaliten mit Giebel. Im Oktober 2013 wählte es die Arbeitsgemeinschaft Historische Stadtkerne NRW zum „Denkmal des Monats“. Herausragend fand die Jury unter anderem die unterschiedliche Gestaltung der Fassaden – Naturschiefer an der Ost-, Süd- und Westfassade, aber eine creme-farbene Holzfassade an der Nordseite zur Straße hin. So wirkt das Gebäude wie ein klassizistischer Massivbau.

Auch die Fenster sind eine Besonderheit: Einfachglas und teilweise gewölbt. Dort hineinzuschauen, lohnt sich, weil der Blick nach außen in die Umgebung geführt wird. Inzwischen hat der Zahn der Zeit an dem Gebäude genagt. Über die Jahre wurden zahlreiche Deckungs- und Materialarten verbaut, Verkleidungen, Fassade und Fenster sind sanierungsbedürftig.




AMS BAU - Arbeitsschutzmanagementsystem der BG BAU
Bauunternehmen BERGE-BAU - ... seit 125 Jahren Bauen und Ideen
Golfclub 'Wittgensteiner Land'
Pro-Verkehrsanbindung-Wittgenstein - Realisierung der 'route 57' von Kreuztal bis Erndtebrück!
Leben + Wohnen an der Dill - Bebauung des Pertuisplatzes in der Innenstadt von Herborn (Berge-Bau GmbH & Co. KG + Winkel & Partner)